Montag, 24. September 2012


Hallo Ihr Lieben! Meine Mutter hat mich daran erinnert, dass ich mir doch mal mehr Mühe geben sollte und umbedingt mal wieder einen Bolgeintrag für euch schreiben sollte. Und eigentlich hat sie ja recht, weil ich habe momentan sehr sehr viel Zeit... Mein Projekt hat sich in den letzten zwei Wochen nämlich leider als etwas langweilig herausgestellt. Sobald man nicht in einer Schule ist oder gerade an einem Camp teilnimmt, macht man nämlich generell nichts und sitzt nur rum. Sehr ermüdend. Die anstrengendste Arbeit die ich gerade verrichten muss ist das Packen der Rucksäcke, die die Schüler geschenkt bekommen. Gestern waren es 200!! 


Diese werden dann bei den Schulen abgeliefert und das nicht wie zuvor in Verbindung mit einem Motivationsprogramm für die Schüler. Sie werden einfach nur abgegeben. Kein Wunder, dass bei dieser einfachen Arbeit immer nur einer von uns Freiwilligen mitgenommen wird. 3 Leute sind ja schon fast zu viel um etwas irgendwohin zu bringen und es dort abzugeben. So kommt es auch dass ich gerade den ganzen Vormittag in dem Office sitze und Telefonate entgegen nehme. Leider scheint meine malaiische Begrüßung sich aber so authentisch anzuhören, dass mein Gesprächspartner immer sofort anfängt auf malaiisch loszuquatschen. Dummerweise können aber nicht alle an der Leitung englisch, was sich dann herausstellt, wenn ich mein Gegenüber bitte doch in Englisch mit mir zu sprechen. 
Die Wochenenden und andere Aktivitäten, die da etwas Abwechslung versprechen sind somit immer ein schöner Ausblick. 
Deswegen wollte ich euch eigentlich Bilder von meiner ersten Riverrafting tour zeigen. Sie befinden sich aber momentan auf einer Foto-CD, die im Besitz eines Inders sind, der sie für uns kopieren will. Ich stehe dieser Tatsache aber etwas skeptisch gegenüber. Denn wenn ich etwas hier gelernt habe, dann ist es folgendes: Inder sind immer zu spät und unglaublich unzuverlässig
Trotzdem kann ich ja kurz erwähnen, dass mir diese Tour einen fetten Blutegel beschert hat, der meine ganze Hose blutig gesaugt hat. Sehr ekelhaft. Aber Blutegel sollen ja anscheinend gut für die Gesundheit sein! 
Außerdem habe ich das Perak-Art-Festival hier in Ipoh besucht. 



Da haben wir endlich mal die Militärparaden gesehen, auf die die Malaiien so stolz sind :) Aber als diese dann einen Song aus einem Bollywoodfilm gespielt haben??! da war ich dann doch etwas verwirrt ! Und der anschließende Songcontest für Kinder, an dem kleine, chinesische Mädchen in Tüllkleider eingepackt teilgenommen haben hat jedes asiatische Klischee bedient.
Das Festival war allerdings schon vorletztes Wochenende. Dieses Wochenende haben wir Rebecca, einer anderen Freiwilligen, die in einem Project mit Demenzkranken arbeitet versprochen, dass wir bei dem "official opening" dieses Projektes mithelfen.
Außerdem hat Julius, ein anderer Freiwilliger aus Deutschland uns dieses Wochenende besucht. 
So kam es, dass wir alle drei in ein kleines Theaterstückchen involviert waren, da die gut organisierten Menschen hier mal wieder auf den letzten Drücker ein paar Schauspieler gesucht haben. Obwohl so kurzfristig, hat es doch Spass gemacht. 
natürlich haben wir mit unserem Anders sein gleich mal wieder das Interesse auf uns gezogen, so dass wir für den nächsten Tag gleich eingeladen wurden, mit einem Ärztepaar einigen armen Orang Asli Familien Essenspakete vorbeizubringen. Da haben wir natürlich zugesagt. Dass wir um zu dem einen Kampung zu kommen erst mal ca. 1h durch den Jungle kraxeln mussten konnte natürlich keiner ahnen :) Aber sowas ist echt lustig und man bewegt sich endlich mal was auch eine sehr willkommene Abwechslung zu dem ständigen Rumsitzen im Projekt ist.


Vorallem werden wir ja von allen Menschen immer sehr interessiert gemustert und letzten Sonntag haben uns zwei ca. 60 jährige Frauen sogar mitgeteilt, dass wir die ersten "Marsalleh" (Weiße Menschen) sind, die sie in ihrem Leben gesehen haben. Das ist echt ein seltsames Gefühl kann ich euch sagen.
Allgemein ist man hier in Malaysia etwas besonderes einfach nur weil man weiß ist und für die Menschen aussieht wie aus dem Fernseher ausgebrochen. 
Mitten auf der Straße sprechen dich wildfremde Menschen an um ein Foto mit dir zu 
machen. Du wirst gefragt, ob du farbige Kontaktlinsen trägst oder deine Haare gefärbt hast. Ich musste sogar schon erklären, warum meine Nase spitzer ist, als die der Asiaten :)
Aber warum die Evolution uns diesen Streich gespielt hat, konnte nicht mal ich als allwissende Europäerin erklären :D
Nach unserem Trip im Urwald waren wir dann allerdings so erschöpft, dass uns unsere netten Gönner zu einem sehr leckeren (und wahrscheinlich auch sehr teuren) chinesischen Essen eingeladen haben. Hier in Ipoh soll es ja angeblich aufgrund der hohen Anzahl an Chinesen das beste Chinesische Essen in ganz Malaysia geben... vielleicht haben wir es jetzt probiert. Mir hat es auf jeden Fall unglaublich gut geschmeckt, obwohl ich wegen der Stäbchen etwas langsam essen musste.

Ach und das hier war nur die Vorspeise :)

Dienstag, 11. September 2012

Hier kommt ein kleiner Überblick über die letzte Woche. Wir waren in einem Kapung, bzw. in einer Schule und haben dort geholfen ein Camp für ca.280 Schüler zwischen 14 und 17 Jahren aufzubauen, das am Wochenende stattfand. Das hieß Zelte aufbauen usw. Allerdings durften wir zum Beispiel kleine Stühle stellen, weil das anscheinend Männerarbeit ist...
Am Wochenende hat dann das Camp stattgefunden. Es ging wieder darum die Orang Asli Schüler dazu zu motivieren ihr Leben in die Hand zu nehmen und fleißig zu sein, um letztendlich ein erfolgreiches Leben führen zu können. Ich glaube, den Schülern war dabei öfter mal etwas langweilig, weil das Programm häufig daraus bestand, den Schülern einfach etwas zu erzählen und sie mussten zuhören. Einen Abend gab es dafür einen Crashkurs im Kleider basteln und es wurde auch urtümlich getanzt. Das war dann wieder sehr lustig. Auch ein Karaokewettbewerb hat stattgefunden, der begeistert angenommen wurde.







Am nächste  Tag gab es dann Besuch von einem anscheinend sehr wichtigen Herren, dessen Position ich allerdings nicht genau kenne. Ich schätze aber, er hat etwas mit der Finanzierung unserer Company zu tun. Zu diesem Anlass waren alle sehr aufgeregt und es wurden unglaublich viele Geschenke bzw, Ehrungen übergeben. Natürlich  wurde zu Beginn auch die Nationalhymne geschmettert. 


Außerdem war es ganz wichtig, dass alle einheitlich gekleidet waren und so wurde die Chance genutzt und es wurde mal ein Bild mit meinen "Kollegen gemacht"




Außerdem haben die Schüler noch für den werten Herren getanzt, diesmal aber einstudiert und in extra Kleidung.


Alles in allem war es also eine sehr lustige Woche, auch wenn es dort keinen Strom gab und das Wasser am Wochenende zeitweise einfach aus den Leitungen verschwunden ist. Bei ca.300 Menschen und einer Temperatur um ca. 30 Grad war das eine weniger schöne Erfahrung :)

Montag, 3. September 2012

So hier kommt mal wieder ein neues Update :) Es enthält die Fahrt nach Thailand und unseren Wochenendtrip nach Kuala Lumpur!
Ich fang mal mit Thailand an:  Die erst Überraschung haben wir schon erlebt, bevor wir in den Bus eingestiegen sind! Wir sind davon ausgegangen, dass wir einfach nur mit dem Bus nach Thailand fahren, in dem halt auch andere Leute mitfahren, die dort hin wollen. Aber das hat sich dann als falsch herausgestellt. Unser Chef hat einfach mit seiner Großfamilie einen Bus gechartert und dann sind alle gemeinsam nach Thailand gefahren. Wir waren also in großer Gesellschaft !
Hier ein Teil der Großfamilie:


Unser eigentliches Reiseziel Phuket haben wir allerdings erst am zweiten Tag erreicht, weil wir noch eine Nacht in Krabi übernachtet haben, um die lange Busfahrt zu unterbrechen. So hatte wir auch noch genug Zeit, um eine Tropfsteinhöhle auf dem Weg per Boot zu besuchen. Vorallem der letzte Teil dieses Ausflugs hatte es in sich. Man musste sich in das Boot hineinlegen und ist dann durch einen so niedrigen Gang gefahren, dass die Höhlendecke höchstens 5cm von dem Gesicht entfernt war. Es hat mich echt gewundert, dass die Fahrer des Bootes uns nicht vorgewarnt haben. Für einen klaustrophobischen Menschen wäre diese Bootsfahrt nämlich nichts gewesen :)




An dieser Stelle muss ich umbedingt noch die Liebelingsbeschäftigung der Asiaten im Urlaub erwähnen. Man hält mit dem Bus prinzipiell an jedem Souvenirladen an und kauft auch prinzipiell überall ein kleines Andenken. So kommt es dann aber, dass man eben auch nur 10Min Zeit hat, um an einem Strand anzuhalten, was ich persönlich ja eher schade finde. Deswegen war ich sehr froh, dass wir am nächsten Tag auf dem Weg nach Phuket eine weitere Bootsfahrt gemacht haben, um uns Inseln anzuschauen, die in der nähe von Krabi liegen. dem ein oder anderen könnte die eine sogar bekannt vorkommen, da hier ein James Bond Film gedreht wurde! So haben wir auch noch etwas von der Umgebung mitbekommen und nicht nur Souvenir Shops von innen gesehen...
Allerdings war das Wetter an diesem Tag nicht auf unserer Seite, so dass wir unser anschließendes Seafood-Meal klatschnass genießen mussten :)






geschmeckt hat es aber trotzdem sehr gut!

In Phuket angekommen haben wir dann erst mal das Krankenhaus besucht. Das ist natürlich obligatorisch!! Nein ein kleiner Spaß am Rande... Ich hatte schon mehrere Tage Probleme mit meinen Ohren und Inga hat sich den Fuß an einem Stein angestoßen. Er ist gebrochen, wie sich herausgestellt hat. Mit meinen Ohren musste ich dann am nächsten Tag noch einmal hin, weil der Spezialist am Abend zuvor nicht dagewesen ist. Deswegen habe ich die Stadtrundfahrt durch Phuket verpasst. allerdings war das anscheinend nicht weiter schlimm, weil eigentlich nur diverse Souvenir Shops angesteuert wurden, wie ich danach erfahren habe. Ich habe mir Phuket dann auf eigene Faust angeschaut und den Strand mit einem Buch genossen. Hierbei sei noch zu erwähnen, dass es schon sehr seltsam ist, dass man hier an den Touristenstränden Westliche, Weiße Menschen im Bikini baden sieht, während daneben Inder und Muslime in voller Montur im Wasser sind.



Und dann sind wir am nächsten Tag auch schon wieder abgefahren aus Phuket. Natürlich haben wir nochmal in einer anderen Stadt übernachtet und auf der Rückfahrt sowohl Souvenirshops, als auch Outlet Stores besucht.. was auch immer man davon halten soll :) Hier noch ein paar spannende Fakten: In Thailand ist man Millionär und zahlt ständig mit 1000ern:)


und die Thailänder haben ein anderes Jahr als wir. Irgendwas mit 55 hinten. Ich hab das immer nur auf den Ablaufdaten gesehen :)


Die kommende Woche war dann etwas langweilig. Wir hatten eigentlich keine Aufgabe in unserem Projekt, was uns dazu verleitet hat, noch mehr Bilderrahmen aus Bambus zu gestalten. Um den Alltag hier noch etwas zu verdeutlichen: Ein Bild von meinem Täglichen Essen (Nur der Reis fehlt).


 Da war das verlängerte Wochenende in KL ein guter Ausblick! Am Freitag war hier nämlich Nationalfeiertag! "Malaysia boleh" sag ich da nur :) Im ganzen Land finden an diesem Tag Militärparaden statt. In KL feiert man sogar bis zum 16.9. Dieses Jahr war das 55. seit der Unabhängigkeit.
Um den ungebrochenen Nationalstolz etwas zu verdeutlichen: Folgendes Bild musste ich umbedingt bei dem Besuch einer Schule machen! Und Fahnen hängen hier auch ohne Nationalfeiertag die ganze Zeit rum.




In Kl haben wir uns dann mit Julius und anderen Leuten von afs getroffen war echt nett und außerdem wissen wir jetzt wie man das macht mit dem Bus und Bahn fahren hier in Malaysia :)
Gewohnt haben wir in einem Hostel das war echt lustig und hat nur 3! Euro die Nacht gekostet. In unserem Zimmer war noch ein Afrikaner aus Liberia, mit dem wir dann natürlich auch Freundschaft geschlossen haben .
Außerdem gab es eine sehr sehr interessante Katze !



So das war jetzt ein langer Blog Eintrag! Ich hoffe, ihr lest ihn trotzdem :)